Tears in Heaven

Mein erstes Youtube-Video:

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Private Altersversorge oder die Verschuldung einer ganzen Generation

Sparen und Schulden machen sind zwei Seiten einer Medaille. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. So wenig, wie man etwas kaufen kann, ohne einen Verkäufer zu haben.

Wenn ich mit nur einer anderen Person auf der Welt wäre, und mir eine private Altersvorsorge ansparen wollte, die mich die letzten 30 Jahre meines Lebens ernähren sollte, so müsste die andere Person so viele Schulden aufnehmen, dass sie die letzten 30 Jahre meines Lebens die Schulden an mich zurückzahlen muss.

Wenn eine ganze Generation versucht, sich durch finanzielle Vorsorge auf den wohlverdienten Ruhestand vorzubereiten, so ist dies nur möglich durch die gründliche Verschuldung der folgenden Generationen. Denn könnten deren Schulden vorzeitig getilgt werden, gäbe es keine Rente mehr.

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Taste the Waste

Letzte Woche bin ich durch die Tagesthemen auf einen Dokumentarfilm zum Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam geworden, der seit 08. September in den Kinos ist: Taste the Waste.

Es ist nicht der erste Film, der mir zu diesem Thema über den Weg läuft. Im Sommer 2007 sah ich We Feed The World, der ebenfalls die Absurditäten der westlichen und insbesondere der europäischen Agrarpolitik und -wirtschaft thematisiert. Das Angenehme an diesem Film war die sachliche Distanz des Filmemachers Erwin Wagenhofer zu einem Thema, bei dem die Emotionen sehr leicht hoch kochen können: Selbst als der Nestlé-Konzernchef Peter Brabeck-Letmathe erklärt, warum die Versorgung mit Wasser seiner Meinung nach kein Grundrecht sein sollte, wird kein moralischer Zeigefinger erhoben. So war eine Annäherung an das Thema möglich, ohne selbst eine moralische Instanz sein zu müssen.

Was ich aber auf einem ersten Streifzug durch die Weiten des Internets zum Thema Taste the Waste aufschnappen konnte, löst bei mir unterschwellig Irritationen aus. Es muss gar nicht viel mit dem Film selber zu tun haben, eher damit wie er angekündigt und besprochen wird. Ich habe in mich hinein gehorcht und versucht herauszufinden, was es eigentlich ist, das mich unangenehm berührt. Ich weiß nicht, ob ich dabei erfolgreich war, aber ich glaube es ist die Logik, die auch dem gegenüber Kindern gern benutzten Satz innewohnt:

Iss dein Brot auf, in Afrika müssen die Kinder hungern!

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Religionsfreiheit

Im August habe ich mich auf Theoblog.de mit einem Beitrag zum Thema Menschenrechte beschäftigt.

Dabei ist die Frage aufgekommen, inwiefern die Formulierung der Menschenrechte auf das Christentum zurückzuführen sind. Irgendwann im Nachhinein stellte sich mir dann folgende Frage:

Kann eine Religion ein Menschenrecht formulieren, dass deren Gott selbst den Menschen nicht zubilligt?

Religionen, die eine ewige Verdammnis annehmen, die aufgrund der Wahl der falschen Religion (oder eben keiner Religion) verhängt wird, stellen sich einen Gott vor, der den Menschen keine Religionsfreiheit zugesteht. Auf welcher Basis sollten diese Religionen dann den Menschen in diesem Leben Religionsfreiheit zugestehen? Inkonsequenz?

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Das christlich-jüdische Paradoxon

Auf tagesspiegel.de ist ein Artikel von Monika Maron zur Rede des Bundespräsidenten zu lesen: Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Anlass sind folgende Worte des Bundespräsidenten:

“Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.” (Christian Wulff)

Auf den Artikel oder die Rede von Herrn Wulff will ich gar nicht weiter eingehen, sondern nur auf das “christlich-jüdische Paradoxon”, wie ich es nenne. Denn laut Herrn Wulff (und darin stimmt ihm Frau Maron zu), gehört das Judentum in gleicher Weise zu Deutschland wie das Christentum. Streit besteht nur darüber, inwiefern der Islam dazugehört.

Meines Erachtens stimmt nicht mal die Feststellung, in der sich die beiden einig sind: In der “christlich-jüdischen” Geschichte steht das “jüdisch” nur für das christliche Verständnis von “jüdisch”. Das Selbstverständnis der Juden selber wird hierbei völlig ignoriert. Man könnte aus jüdischer Sicht diese Geschichte treffender als “christlich-anti-jüdisch” bezeichnen. Diese Aussage möchte ich nicht nur einfach in den Raum stellen, sondern auch begründen: Weiterlesen

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Antisemitische Strukturen in der christlichen Theologie

Ich bin tapfer auf einen sehr bemerkenswerten Blogeintrag im Nirgendwo gestoßen: Perfektionierte Juden. Vor allem der vorletzte Satz hat es in sich:

Was dem Christen sein Jude, ist dem Moslem sein Christ.

Die Parallelen zwischen Islam und Christentum haben ihre Grenzen, aber dieser Satz hat meines Erachtens mehr Substanz, als vielen Christen lieb sein dürfte.

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Rezeption von Aussagen (Auflösung)

Ich hatte in einem vorhergehenden Beitrag den folgenden Text vorgestellt:

Ein Vorgesetzter hat einen Mitarbeiter nicht zur Gehaltserhöhung vorgeschlagen. Der Mitarbeiter reichte seine Kündigung ein. Das wurde von den Kollegen bedauert, denn er war allgemein beliebt. Es wurde darüber diskutiert, ob man etwas unternehmen sollte.

Nach 3 Minuten sollte man dann die anschließenden 13 Aussagen mit R (richtig), F (falsch) oder ? (nicht sicher) beantworten: Weiterlesen

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Gleichheit und Nicht-Gleichheit

Die Beziehung zwischen der Ungleichheit und der Gleichheit von Menschen entspricht der Beziehung zwischen der abzählbaren Unendlichkeit und der überabzählbaren Unendlichkeit, wie auch der Beziehung zwischen Individuum und Kollektivum:

Jeder Mensch unterscheidet sich als Individuum von jedem anderen Menschen, unabhängig insbesondere von der genetischen Verfasstheit: Zwei eineiige Zwillinge, die zwar genetisch identisch sind, sind trotzdem zwei vollständig voneinander getrennte Persönlichkeiten. Gleiches würde auch für menschliche Klone gelten.

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Hölle und Überlieferung

Auf TheoBlog bin ich auf einen Artikel Paulus und die Hölle gestoßen, der einen Aufsatz von Douglas J. Moo verlinkt: paulonhell.pdf

Dem Autor geht es darum zu zeigen, dass Paulus, obwohl er das Wort “Hölle” nicht explizit benutzt, die Lehre der Hölle ganz klar vertritt. Dabei wendet er im Wesentlichen ein Argument an, dass sich auf das jüdische Erbe von Paulus stützt (siehe S. 102 des PDFs): Weiterlesen

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Rezeption von Aussagen

Bevor ich in die Kommunikationstheorie einsteige, möchte ich gerne ein Experiment mit meinen Lesern durchführen. Dieses Experiment habe ich mir nicht selber ausgedacht, sondern es wurde 2004 während des Studiums in einem Seminar zum Thema “Kommunikation und Team” durchgeführt.

Bitte lese in den nächsten 3 Minuten den nachstehenden Text gründlich durch (am besten von der Startseite des Blogs aus, damit die Fragen nicht schon vorher sichtbar sind). Danach bitte auf “Weiterlesen” klicken, und in einem Kommentar die Fragen zum Text beantworten (ohne den Text erneut zu lesen).

Ein Vorgesetzter hat einen Mitarbeiter nicht zur Gehaltserhöhung vorgeschlagen. Der Mitarbeiter reichte seine Kündigung ein. Das wurde von den Kollegen bedauert, denn er war allgemein beliebt. Es wurde darüber diskutiert, ob man etwas unternehmen sollte.

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