Bei allen Vorwürfen, die ich bisher gegen Herrn Sarrazin gehört habe, waren folgende nicht dabei:
- Sie schreiben anderen Menschen vor, wie sie zu fühlen haben. Fühlen diese Menschen nicht wie sie sollen, sind diese Gefühle verwerflich.
- Sie schreiben anderen Menschen vor, welche Identität sie NICHT haben dürfen. In dem Fall, dass jemand gerade diese Identität besitzt, ist es notwendig, diese Identität aufzugeben und sich zu assimilieren.
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Ich muss jetzt doch mal etwas zu der ganzen Gen-Debatte sagen: Es werden ständig Beobachtung und Interpretation bezüglich genetischer Sachverhalte vermischt.
Die jüdischen Gene
Wie sehr ethnische Gruppen durch genetische Gemeinsamkeiten verbunden sind (oder auch nicht), ist erst einmal Gegenstand einer wertfreien Beobachtung durch die Wissenschaften. Was diese herausfinden ist, solange es nicht interpretiert wird, für die momentane Debatte eigentlich völlig irrevelant. Ob es nun ein Gen gibt, das alle Juden teilen oder nicht, ist mir persönlich völlig egal. Es macht überhaupt keinen Unterschied.
Natürlich bleiben diese Beobachtungen nicht wertfrei, wenn sie interpretiert werden. Man könnte natürlich mit diesem einen gemeinsamen Gen eine Menge Unfug treiben, wie die Frage von Herrn Friedman an Herrn Sarrazin belegt:
Ich habe ihn gefragt, welches spezielle Gen damit gemeint sei und welche Eigenschaften ich aus diesem Gen zu erwarten habe.
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Ich habe mir heute Thilo Sarrazins Buch gekauft. Als ich in der Berliner U-Bahn das Buch anfangen wollte zu lesen, beschlich mich ein eigenartiges Gefühl. So als ob es etwas Unanständiges sei, was ich tat, und ich fühlte mich beobachtet. Meinem Gefühl nach schien mir, als ob jeder um mich herum das Buch und seinen angeblich abscheulichen Inhalt kenne.
In der Tat sprach mich nicht viel später dann ein junger Mann an, kurz bevor er ausstieg. Was das Buch denn koste. Das konnte ich noch unbefangen beantworten. Dann fragte er mich aber, ob es gut sei, was darin stünde.
Mit dieser Frage hatte ich nicht gerechnet. Hätte ich ehrlich geantwortet, hätte ich gesagt, dass ich davon ausgehe, dass es wesentlich besser und unverfänglicher ist, als es seine politisch korrekten Kritiker wahrhaben wollen (das schließe ich aus den beiden Talkshows “Beckmann” und “Hart aber fair”, die ich gesehen habe). Statt dessen antwortete ich verlegen: “Na ja, da kann man sich darüber streiten.”
Vor was habe ich Angst, wenn ich das Buch in der Öffentlichkeit lese? Ist die politische Korrektheit zur neuen moralischen Instanz geworden? Ich fühle mich irgendwie manipuliert.
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Ich halte es in diesem Land bald nicht mehr aus. Herr Sarrazin wird nicht nur mit Hitler verglichen, sondern wird von Michel Friedman auch auf eine Stufe mit den Hasspredigern derjenigen Kultur gestellt, mit der Sarrazin ohnehin emotional nicht zurechtkommt.
Deshalb fordere ich hiermit Michel Friedman zu einem Fernsehduell über Integration, die deutsche Identität und Thilo Sarrazin heraus. Mann gegen Mann. Jüdisch-stämmiger Deutscher gegen deutsch-stämmigen Deutschen. Sarrazin-Verächter gegen Sarrazin-Sympathisant. Das dürfte dann endlich mal eine interessante Fernsehsendung werden!
Wer einen Kontakt zwischen mir und Herrn Friedman herstellen könnte, dem wäre ich sehr verbunden.
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Ein Merkmal der Sprache des Nationalsozialismus ist laut Wikipedia:
Wertfreie technische und sachliche Ausdrücke dienten oft als Euphemismus, um Mordpläne und grausame Taten zu verdecken und zu verharmlosen: z. B. „Endlösung der Judenfrage“ statt „Ermordung aller Juden Europas“.
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Auf Empfehlung von normanno schlage ich mir gerade die Nacht um die Ohren und habe die Beckmann-Sendung zu Ende geschaut.
Zuallererst: Woher weiß die ganze Welt, dass Herr Sarrazin ein Provokateur ist? Ich habe ihn heute im Fernsehen das erste Mal gesehen, und wäre auf den Fake-Blog sicher nicht reingefallen, wenn ich das vorher gesehen hätte. Herr Sarrazin hat kein Problem, klare, pointierte Worte zu verwenden, aber er zeigt wenig Emotionen, und hat scheinbar auch keine große Freude daran, wenn seine Gesprächspartner große Emotionen zeigen (was ein Provokateur aber herbeizuführen versucht). Vom Typ her ist dieser Mann vielleicht Beamter, aber kein Provokateur oder Demagoge.
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Ich habe keinen Fernseher, weshalb ich gestern die Sendung bei Beckmann nicht verfolgen konnte. Ich wollte sie mir gerade eben auf der ARD-Mediathek ansehen, bin aber nicht weit gekommen, weil es nicht auszuhalten ist.
Thilo Sarrazin, Populist, Demagoge mit kruden Ansichten, oder doch Klartextpolitiker ohne Angst vor unbequemen Wahrheiten?
So lautet das Motto der Sendung. Ich kann echt nicht glauben, wie plump man an die Sache herangeht. Schon der Titel sagt: Es geht lediglich um die Person Sarrazins, nicht um Migranten, nicht um seine Thesen, sein Buch. Außerdem handelt es sich offensichtlich um eine rhetorische Frage, weil die Zusammensetzung der Runde gar nichts anderes zuließ. Der ehrliche Titel der Sendung hätte lauten müssen.
Thilo Sarrazin, Populist und Demagoge mit kruden Ansichten
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Ich habe Herrn Sarrazin darum gebeten, zu meinen Gegenthesen Stellung zu nehmen. Ich hoffe, dass eine sachliche Auseinandersetzung möglich ist.
Update 31.08.10: Reingefallen, wäre auch zu einfach gewesen. Bei dem verlinkten Blog handelt es sich um eine (meines Erachtens verunglückte) Satire.
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Anstatt über Herrn Sarrazins Beweggründe zu spekulieren und zu versuchen, das von ihm aufgescheuchte Gespenst zu erschrecken, möchte ich den von ihm öffentlichkeitswirksam an die Deutschen zugespielten Ball aufnehmen, und Gegenthesen aufstellen: Weiterlesen →
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(Öffentlicher Brief an die Beckmann-Redaktion)
Sehr geehrte Beckmann-Redaktion,
morgen, am Montag den 30. August 2010 um 22:45 Uhr findet die Sendung “Beckmann” statt, in der sich Thilo Sarrazin “nach der Empörungswelle der letzten Tage erstmals ausführlich in einer Talksendung der Diskussion mit seinen Kritikern” stellen wird.
Richard Wagner formuliert in seinem Beitrag “Sarrazin und das Kartell” sehr treffend:
Der Streit um den Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin und sein aktuelles Buch, das er morgen, am Montag, der Öffentlichkeit präsentieren will, geht bereits in die nächste Runde. Eine gewaltige Gegnerschaft baut sich auf, eine Gegnerschaft, man muss es so sagen, aus dem herrschenden Kartell der politischen Klasse und der ihr zugeordneten diversen Medien, kurzum, die Liste des jährlichen Presseballs.
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